Der schönste Satz, den ich von Kindern höre, klingt erst mal wie eine Absage: „Ich will auf keinen Fall einen Papagei zu Hause haben.“ Genau darum mache ich das. Ein Schulbesuch bei uns ist kein Tierprogramm zur Unterhaltung. Er ist die Stunde, in der ein Kind versteht, was so ein Tier wirklich braucht — und warum die meisten Menschen ihm das nicht geben können.
Was in der Klasse passiert
Ich komme 10 bis 15 Minuten vor Beginn, richte einen sicheren Bereich ein und schaue mir den Raum an. Ob es die Aula ist, das Klassenzimmer oder die Wiese hinterm Haus, ist mir gleich — wichtig ist, dass es ruhig genug ist. Dann kommen die Vögel aus der Box.
Die erste Viertelstunde gehört dem Schauen. Kinder sitzen, die Kakadus stellen ihre Hauben auf, gehen ein paar Schritte, mustern die Reihe. Kein Kind muss etwas tun. Danach kommen die Fragen, und die sind fast immer dieselben: Kann er sprechen? Wie alt wird er? Beißt der? Warum fliegt er nicht weg?
Die Antworten sind der eigentliche Unterricht. Nein, meine Papageien sprechen nicht — ich habe ihnen nie beigebracht, Menschenwörter nachzumachen. Ein Gelbhaubenkakadu wird alt genug, um das Kind zu überleben, das gerade fragt. Und ja, ein Schnabel, der eine Walnuss knackt, kann auch einen Finger verletzen. Deshalb die Regeln, und deshalb kein Anfassen, solange der Vogel es nicht von sich aus anbietet.
WILDs Flügel sind die Lektion
Irgendwann zeige ich WILD. Er ist 2012 geschlüpft und hat sein halbes Leben in einem kleinen Käfig verbracht. Als ich ihn im Januar 2021 zum ersten Mal sah, waren seine Flügel noch ganz. Am nächsten Tag, als er zu mir gebracht wurde, waren sie bis aufs Fleisch abgeschnitten. Er konnte nicht mehr fliegen. Bis heute brechen die nachwachsenden Federn immer wieder, manchmal bis es blutet.
Das erzähle ich ohne Drama, und ich zeige keine schlimmen Bilder. Ich sage nur, was passiert ist und warum. Kinder verstehen das sofort. Sie brauchen keinen erhobenen Zeigefinger — sie brauchen ein Tier im Raum, dem man ansieht, dass jemand eine Entscheidung getroffen hat, die nicht rückgängig zu machen ist.
Skippy fand man auf einer Straße in Oberösterreich. Im Tierheim holte ihn niemand ab. Ranki ist der Dritte, seit Juli 2026 bei uns, ein Goffinkakadu aus einem Wiener Forschungsprojekt zur Intelligenz von Papageien — er kam nicht aus schlechter Haltung, sondern passte in seiner Gruppe einfach nie richtig hinein. Drei Vögel, drei völlig verschiedene Wege ins selbe Wohnzimmer. Für eine Schulstunde über Verantwortung ist das mehr Stoff als jedes Arbeitsblatt.
Zwei Schulen, bei denen wir schon waren
Im Jänner 2026 waren wir am WE-Day der Volksschule Auf Arzill in Imst, vor 106 Kindern.
Die Kinder waren völlig fasziniert – Skippy und WILD haben einfach jeden in ihren Bann gezogen. Ein unvergesslicher WE-Day!
Volksschule Auf Arzill, Imst
Im Juli 2026 waren WILD und Skippy bei der 3. und 4. Klasse der Naturparkschule St. Leonhard im Pitztal.
Wir bedanken uns herzlich bei Beri von wildmoments sowie bei WILD und Skippy für diesen spannenden und lehrreichen Besuch!
VS St. Leonhard im Pitztal
Was die Schule vorbereiten muss
Nichts. Ich bringe alles mit, baue selbst auf und ab, und der Raum sieht hinterher aus wie vorher. Was ich brauche, ist ein Platz, an dem die Kinder sitzen können, und eine Lehrperson, die kurz mit mir abstimmt, worauf ich achten soll — eine Klasse, in der gerade viel los ist, geht anders als eine ruhige.
- Schulbesuch, 220 € — 45 bis 60 Minuten, eine Klasse bis 25 Kinder, passend für 4 bis 14 Jahre.
- Projekttag, 590 € — viermal 45 Minuten mit Pausen, für mehrere Klassen am selben Tag.
- Vortrag, 490 € — Bühnenformat bis 100 Personen, mit Fragerunde. Für Schulversammlungen.
Die Anfahrt im Bezirk Imst ist inklusive, außerhalb rechne ich 0,55 € pro Kilometer ab Wenns. Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist vorhanden. Themen wie Verhalten, Artenvielfalt oder Artenschutz kann die Schule vorher anfordern, dann richte ich die Stunde danach aus.
Wann ein Besuch nicht funktioniert
Bei Lärm. Nicht bei Kinderlärm — den kennen die Vögel — sondern bei einer Umgebung, in der ständig etwas Unerwartetes passiert. Ein Pausenhof mit 200 Kindern, die gleichzeitig herumlaufen, ist kein guter Ort für einen Kakadu. Wenn ich beim Aufbau sehe, dass es zu unruhig ist, ändere ich den Ablauf, und im Zweifel breche ich ab. Das steht so im Vertrag und ich meine es auch so.
Und ich nehme bewusst nur wenige Termine pro Woche an. WILD, Skippy und Ranki sind keine Requisiten, die man sechsmal am Tag auspackt. Wer einen Termin im Sommer oder um die Weihnachtszeit will, fragt besser früh an.
Wenn das nach etwas klingt, das zu eurer Schule passt: schreibt mir, was ihr vorhabt, welche Altersgruppe und wie viele Kinder. Ich antworte innerhalb von 24 Stunden.

