Unsere Papageien
Zwei Persönlichkeiten, zwei Geschichten
Keine Showtiere. Zwei einzigartige Charaktere, die ihre eigene Vergangenheit, Stimme und Persönlichkeit mitbringen.

WILD
Der stille Träumer
WILD schlüpfte 2012 und verbrachte sein ganzes bisheriges Leben in einem kleinen Käfig – gemeinsam mit Agaporniden. Als ich ihn im Januar 2021 zum ersten Mal sah, waren seine Flügel noch vollständig. Ich hatte keine Transportbox dabei und bat die Vorbesitzer, ihn mir am nächsten Tag zu bringen.
Als er ankam, waren seine Flügel brutal gestutzt – die Federn bis aufs Fleisch abgeschnitten. Das nahm ihm die Fähigkeit zu fliegen. Bis heute brechen nachwachsende Federn immer wieder, weil ihnen der Halt des ganzen Flügels fehlt – oft, bis es blutet.
WILD kam voller Angst zu mir. Kein Mensch durfte ihn berühren. Ich gab ihm einen Monat lang nur eines: seinen Raum und seine Zeit, um zu begreifen, dass ich sein Freund bin und nicht seine Gefahr. Am Ende dieses Monats stand er schon erwartungsvoll am Rand des Käfigs, sobald er sah, dass ich mich fertig machte – bereit für sein Sicherheitsgeschirr und unseren gemeinsamen Spaziergang.
Als ich nach Europa zog, kam WILD mit. Ihn herzufliegen kostete kein kleines Vermögen – doch er gehört zu mir. Heute begleitet er mich bei fast jeder Gelegenheit nach draußen.
WILD ist ein Denker. Ein ruhiger Kakadu, der manchmal stundenlang reglos an einem Platz sitzt, ohne einen einzigen Laut – und einfach in den Himmel schaut und träumt. Mein größter Wunsch: dass seine Flügel eines Tages heilen und wir ihn für den freien Flug trainieren können.
SKIPPY
Licht und Energie
Skippys Vergangenheit liegt im Nebel. Niemand weiß genau, woher er kam. Man fand ihn auf der Straße in Oberösterreich – und im Tierheim holte ihn niemand ab. Nach rund einem Monat habe ich ihn adoptiert.
Das erste Treffen mit WILD war bewegend. In der ersten Woche versuchte WILD unermüdlich, mit ihm zu spielen. Doch ab der zweiten Woche machte Skippy klar, dass er sein eigenes Revier hat – und das verteidigt er bis heute.
Im Haus leben die beiden deshalb getrennt. Sie „unterhalten“ sich durch die Fensterscheibe und durch ein Gitter – nah genug, um einander zu spüren, sicher genug, dass niemand verletzt wird.
Wie alt Skippy genau ist, wissen wir nicht – sein Verhalten lässt auf einen Geburtsjahrgang zwischen 2021 und 2024 schließen. Was wir sicher wissen: Er bringt Licht, Energie und Lebensfreude in jeden Raum.

Gemeinsam
Drinnen Nachbarn, draußen Freunde

So gegensätzlich sie zu Hause sind – draußen, fernab vom Revierdenken, sind WILD und Skippy enge Freunde. Sie sitzen beieinander und „küssen“ sich sogar. Genau diese Wahrheit geben wir an Kinder weiter: Echte Beziehungen – zwischen Tieren wie zwischen Menschen – brauchen Zeit, Raum und Respekt.
Zum Ausprobieren
Wie laut ist ein Papagei wirklich?
Ein Kakadu-Schrei erreicht bis zu 130 dB, lauter als eine Kettensäge. Miss mit deinem Handy-Mikrofon einen Ton und sieh live, wo ein Papagei auf der Skala landet.
