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Ein lustiges Video · 12 Sekunden

Wenn das Video endet

Joni sieht einen tanzenden Kakadu und will sofort so einen. Das hier ist die Geschichte danach — in 52 Bildern, zum Vorlesen.

Geschichte beginnen

WILD Moments · Buch 1 der Serie · Bilderbuch ab 4 Jahren

Ein Handy in zwei Händen, auf dem Bildschirm tanzt ein weißer Kakadu vor orangem Hintergrund.

Der Vogel auf dem Bildschirm wippte mit dem Kopf, riss die Flügel auf und kreischte mit.

1

Joni sitzt im dunklen Wohnzimmer auf dem Sofa, das Gesicht vom Handy beleuchtet, die Augen weit offen.

Joni schaute es siebenmal an. Beim achten Mal flüsterte er: „So einen will ich auch.“

2

Ein Schulheft von oben: halb gerechnete Aufgaben und ein sorgfältig gezeichneter Kakadu am Rand.

In Mathe malte er einen Kakadu an den Rand vom Heft. Der Lehrer sagte seinen Namen zweimal.

3

Vier Kinder drängen sich im Schulhof um Jonis Handy, eines schaut unbeeindruckt weg.

In der Pause zeigte er allen das Video. „Meiner wird genau so tanzen“, sagte er. „Nur besser.“

4

Joni putzt sich im Bad die Zähne und redet dabei weiter, Mama steht mit einem Handtuch in der Tür.

Beim Abendessen fragte er. Beim Zähneputzen fragte er. Am Samstag fragte er noch einmal.

5

Am Küchentisch nach dem Essen sitzen Mama und Papa rechts und links von Joni, niemand spricht.

Mama sah Papa an. Papa sah auf den Boden. Am Sonntag fuhren sie los.

6

Der Eingang der Zoohandlung aus Kinderhöhe: helle Regale, ein Meerschweinchengehege, eine Wand voller kleiner Käfige.

Der Laden roch nach Sägespänen. Vorne quiekten die Meerschweinchen.

7

Im dunklen hinteren Gang steht auf einem Regal ein kleiner Gitterkäfig mit einem reglosen Kakadu.

Ganz hinten, zwischen zwei Regalen, stand ein Käfig mit einem weißen Vogel darin.

8

Joni zeigt mit ausgestrecktem Arm auf den Käfig, dahinter zögern Mama und Papa; der Vogel dreht den Kopf nicht.

Er saß still. Er sah nicht zu ihnen her. „Mama, Papa, schaut mal!“, rief Joni. „Genau den da!“

9

Auf der Rückbank hält Joni einen Transportkarton auf dem Schoß und schaut durch das Luftloch.

Auf der Rückbank hielt Joni den Karton fest. Alle zwei Minuten schaute er durch das Loch.

10

Der kleine Käfig steht auf einem Tisch am hellen Fenster, Joni sitzt im Schneidersitz davor und wartet.

Zu Hause stellten sie den Käfig ans Fenster. Joni setzte sich davor und wartete auf das Tanzen.

11

Nah am Käfig: der Kakadu drückt sich in die hintere Ecke, die Federn eng am Körper, die Haube flach.

Der Vogel drückte sich in die Ecke und zitterte.

12

Jonis besorgtes Gesicht dicht an den Gitterstäben, dahinter das leere Zimmer mit ausgeschaltetem Fernseher.

„Warum macht er nichts?“, fragte Joni. Niemand antwortete. Der Vogel auch nicht.

13

Weites, stilles Zimmer in der Dämmerung: Joni klein am Boden, der Käfig, in der Küchentür eine Wanduhr.

Im Zimmer war es so still, dass Joni die Uhr in der Küche ticken hörte.

14

Joni hält das Handy mit dem tanzenden Vogel ans Gitter, der echte Kakadu hat sich weggedreht.

Joni machte das Video noch einmal an, ganz laut, und hielt das Handy an das Gitter. Der Vogel drehte sich weg.

15

Von oben: die unberührte Körnerschale im Käfig, am Bildrand ein grauer Fuß.

Am Montag war die Körnerschale voll. Am Dienstag auch.

16

Jonis offene Handfläche auf dem Küchentisch mit ein paar Körnern darauf, ein Finger zählt sie.

Am Mittwoch zählte Joni die Körner, damit er ganz sicher war. Es fehlten vier.

17

Joni steht klein in der Tür, die Hände an den Seiten; Papa schaut von der Zeitung auf.

„Papa“, sagte Joni. „Ich glaube, ich habe etwas falsch gemacht.“

18

Papa hockt auf Augenhöhe vor dem Käfig, Joni hinter seiner Schulter, beide sehen den Vogel an.

Papa ging vor dem Käfig in die Hocke und schaute lange hin. „Nein“, sagte er. „Wir haben etwas falsch gemacht.“

19

Dunkle Küche, nur der Laptop beleuchtet Mamas Gesicht, daneben eine kalte Tasse Tee.

Mama saß bis nach Mitternacht am Laptop.

20

Über Mamas Schulter auf den Bildschirm: eine Seite mit der Zeichnung einer großen Außenvoliere.

Seite um Seite stand dasselbe: Platz. Gesellschaft. Beschäftigung.

21

Ein Himmel voller weißer Kakadus über einem Eukalyptuswald in der Dämmerung.

Sie fanden ein anderes Video: Kakadus über einem Wald, hunderte auf einmal, laut wie ein Sturm.

22

Joni steht neben dem Käfig und hält den Arm daneben, um ihn zu messen; der Arm ist länger.

Der Käfig im Wohnzimmer war so breit wie Jonis Arm. Joni sagte nichts mehr.

23

Eine Hand schreibt am Küchentisch auf die Rückseite eines Umschlags, daneben liegt ein Handy.

Papa schrieb drei Zahlen auf einen Umschlag. Vier Meter. Zwei Meter. Zweieinhalb Meter.

24

Das Auto fährt am Morgen mit leerem Anhänger aus der Einfahrt, dahinter Dorf und Berge.

Am Samstag fuhren sie wieder los. Diesmal nicht zum Tierladen.

25

Ein Holzplatz: Stapel von Kanthölzern, eine Rolle Draht, ein Mann belädt einen Anhänger, Joni trägt eine Schraubenschachtel.

Pfosten, Draht, Schrauben. Es passte nicht ins Auto. Der Mann brachte es mit dem Anhänger.

26

Im Garten: frische Erde, ein ausgehobenes Loch, Joni hält einen Pfosten senkrecht, Papa schaufelt.

Sie gruben das erste Loch in den Garten. Joni hielt den Pfosten gerade, Papa schaufelte.

27

Regen, beide in nassen Jacken vor dem halbfertigen Holzgerüst der Voliere, auf einem Baumstumpf eine Thermoskanne.

Am zweiten Tag regnete es. Sie bauten weiter.

28

Die fertige begehbare Gartenvoliere von außen im Abendlicht, Papa daneben als Größenvergleich.

Am Sonntagabend stand sie. Höher als Papa. Breiter als das Wohnzimmer.

29

Das Innere der Voliere, noch ohne Vogel: dicke Äste in verschiedenen Höhen, ein Seil, eine Schaukel, ein Häuschen.

Sie stellten Äste hinein, ein Seil, eine Schaukel und ein Häuschen. Die Tür ließen sie offen.

30

Der offene alte Käfig steht auf dem Volierenboden, der Kakadu noch darin, die Familie schaut zu.

Sie trugen den Käfig in den Garten und machten ihn auf. Er kam nicht heraus.

31

Früher Morgen mit Nebel: der Kakadu sitzt hoch oben auf dem obersten Ast, unten der leere offene Käfig.

In der Nacht kam er heraus. Am Morgen saß er auf dem obersten Ast.

32

Der Kakadu mit ganz ausgebreiteten Flügeln auf dem Ast, nichts berührt die Flügelspitzen.

Er breitete die Flügel aus. Ganz auf. Und legte sie wieder an.

33

Joni sitzt mit einem Buch im Gras nah am Gitter, der Vogel hoch hinter ihm; keiner schaut den anderen an.

Joni holte ein Buch und setzte sich ins Gras. Er las nicht laut vor. Er starrte nicht hin. Er war einfach da.

34

Joni dreht den Kopf, das Buch noch offen; unscharf hinter ihm bewegt sich etwas Weißes unten am Gitter.

Nach elf Tagen hörte Joni ein Kratzen.

35

Ganz nah: der Kakadu hält sich auf Kopfhöhe am Gitter fest und sieht Joni an, dessen Gesicht die andere Bildhälfte füllt.

Der Kakadu war ans Gitter gekommen und sah ihn an, ganz aus der Nähe. Joni rührte sich nicht, bis sein Fuß einschlief.

36

Eine Holzschale auf einem Brett in der Voliere, darin Apfelstücke und eine Lücke, wo eines fehlt.

Am nächsten Morgen fehlte ein Stück Apfel.

37

Der Kakadu hält ein Stück Apfel in der Kralle; dahinter steht Joni mit einer Scheibe Brot am Küchenfenster.

Er hielt es in der Kralle und knabberte, während er Joni ansah. Joni frühstückte im Stehen, damit er nichts verpasste.

38

Der Kakadu klettert einen dicken Ast hinauf, der Schnabel greift ins Holz, ein Fuß ist in der Luft.

Er kletterte auf den obersten Ast und schaute hinunter. Dann wieder runter. Dann wieder rauf.

39

Nah am Volierenboden: drei zersplitterte Holzstücke im Gras, Späne und eine weiße Feder.

Am Abend lagen drei zerkaute Holzstücke am Boden.

40

Der Kakadu ganz nah, die Haube halb aufgestellt, der Schnabel leicht geöffnet, Abendlicht durch das Gitter.

Es war ein Mittwoch, kurz vor dem Abendessen. Ein kleiner Ton. Kein Lied, kein Kreischen — nur ein Ton.

41

Die Familie beim Abendessen in der Küche, Joni halb aus dem Stuhl, eine Gabel am Boden.

Joni ließ die Gabel fallen.

42

An der Volierentür hängt ein Blatt mit zwei Zeichnungen eines Kakadus: einer locker aufgeplustert, einer dünn und eng am Körper. Joni schaut es an.

Papa hängte ein Blatt an die Tür. Locker aufgeplustert heißt: Mir geht es gut. Dünn und eng am Körper heißt: Geh bitte einen Schritt zurück.

43

In der Voliere: Jonis Arm ist ausgestreckt und die Hand flach, der Vogel sitzt auf einem Ast etwas darüber.

Joni hielt die Hand hin und zählte in Gedanken bis zehn.

44

Der Kakadu steht auf Jonis Unterarm, der Arm senkt sich unter dem Gewicht, Jonis Gesicht ist überrascht und froh.

Bei sieben stieg der Kakadu auf. Er war schwerer, als Joni gedacht hatte.

45

Der Kakadu hängt kopfüber am Seil, die Flügel halb offen, die Haube ganz aufgestellt, Holzstücke fliegen; Joni lacht darunter mit den Händen auf den Ohren.

Er zerlegte sein Spielzeug in vierzehn Teile, hing kopfüber am Seil und ließ sich fallen. Zum ersten Mal machte er Krach. Richtigen, lauten Krach.

46

Mama und Joni stehen im späten Licht vor dem Gitter und sehen zu, wie der Vogel eine Feder zurechtlegt.

„Er war nie kaputt“, sagte Mama. Er hatte nur gewartet, bis es sicher war.

47

Joni und Papa sitzen mit dem Rücken an den Volierenpfosten im Gras und schauen in den Garten.

„Ich dachte, er muss lustig sein“, sagte Joni. „Und jetzt?“, fragte Papa. Joni überlegte lange. „Jetzt muss ich aufpassen, dass es ihm gut geht.“

48

Ein Klassenzimmer, Kinder sitzen im Halbkreis am Boden, Joni steht mit leeren Händen davor und erzählt.

In der Schule durfte Joni vor der Klasse erzählen. Er zeigte kein Video. Er erzählte von den vier Körnern.

49

Mama steht mit dem Telefon am Ohr am Küchenfenster und schaut hinaus zur Voliere; der einzelne Vogel klein in der Ferne.

„Einer ist einer“, sagte Mama, und griff zum Telefon.

50

Eine Transportbox steht im Gras an der offenen Volierentür, ein zweiter Kakadu tritt heraus; der erste sieht von einem Ast aus zu.

Im Frühling kam eine zweite. Von jemandem, der sie nicht mehr halten konnte.

51

Beide Kakadus sitzen nebeneinander auf einem Ast und kraulen sich; Joni sitzt unten im Gras, auf dem Gartentisch liegt ein Handy mit dem Bildschirm nach unten.

Drei Tage saßen sie auf verschiedenen Ästen. Am vierten auf demselben. Jonis Handy lag auf dem Gartentisch, mit dem Bildschirm nach unten. Dann machte einer von ihnen wieder diesen kleinen Ton.

52

Ende der Geschichte

Wusstest du schon?

  • Kakadus sind sehr intelligente Tiere.
  • Ein kurzes Video zeigt nicht die ganze Wahrheit.
  • Ein kleiner Käfig kann ihrer Gesundheit schaden.
  • Kakadus leben viele Jahrzehnte und brauchen richtige Pflege.
  • Sie sind keine Spielzeuge, sondern Lebewesen.

Ein Hinweis für Eltern

Zu den Illustrationen: Die Bilder in diesem Buch dienen der Geschichte — sie sind kein Leitfaden für artgerechte Papageienhaltung. Manche Szenen zeigen absichtlich schlechte Bedingungen, um zu verdeutlichen, was ein Papagei nicht erleben sollte.

Gesetze variieren weltweit. Bevor Sie einen Papagei anschaffen, müssen Sie die spezifischen Gesetze Ihres Landes, Ihrer Region und Stadt recherchieren. In vielen Ländern ist das alleinige Halten eines Papageis, das Stutzen der Flügel oder die Verwendung eines zu kleinen Geheges illegal und strafbar. Wenden Sie sich immer an einen lokalen Vogeltierarzt oder eine Papageienschutzorganisation, bevor Sie einen Papagei kaufen.

Ein kompatibler Artgenosse

Papageien sind Schwarmtiere. Ein allein gehaltener Papagei leidet unter Einsamkeit, Verhaltensproblemen und ernsthaften Erkrankungen. Sie benötigen mindestens einen kompatiblen Begleiter — dies muss nicht dieselbe Art sein, aber ein Papagei, der in Größe und Temperament passt.

Ausreichend großer Lebensraum

Ein kleiner Käfig ist niemals ausreichend. Große Papageien benötigen eine geräumige Voliere, in der sie fliegen, klettern und ihre Flügel vollständig ausbreiten können. Die Käfigstäbe müssen horizontal verlaufen, um natürliches Klettern zu ermöglichen.

Volle Nutzung ihrer Flügel

Das Stutzen von Flügeln ist in vielen Ländern verboten und wird von Tierschutzexperten weltweit als schädlich angesehen. Papageien brauchen ihre Flügel, um körperlich und emotional gesund zu bleiben. Wenn ein Tierarzt empfiehlt, die Flügel Ihres Papageis zu stutzen — wechseln Sie sofort den Tierarzt.

Beschäftigung und artgerechte Ernährung

Frische Äste, Futtersuchspielzeug und Badegelegenheiten sind unerlässlich. Samen allein sind nicht ausreichend — frisches Obst, Gemüse, Sprossen und hochwertige Pellets sind täglich notwendig.

Eine lebenslange Verpflichtung

Selbst kleine Arten wie Wellensittiche, Nymphensittiche und Unzertrennliche können 25 Jahre alt werden. Größere Arten können 60–100+ Jahre leben. Einen Papagei nach Hause zu bringen ist kein Trend — es ist eine Verpflichtung, die ein Leben lang dauern kann und tägliche Zeit, Geduld und Respekt erfordert.

Bevor Sie kaufen oder adoptieren

  • Tierschutzgesetze Ihres Landes, Ihrer Region und Stadt
  • Die spezifischen Bedürfnisse der Papageienart, die Sie in Betracht ziehen
  • Einen seriösen lokalen Vogeltierarzt oder eine Papageienschutzorganisation
  • World Parrot Trust
  • ARGE Papageienschutz (Österreich)

Echte Freundschaft mit einem Tier basiert auf Respekt, Wissen und Verantwortung — nicht auf einem kurzen, lustigen Video.

Band 2 liegt bereit

„Als das Zuhause nicht genug war“ ist die Geschichte von Liam und seinem Ara — 52 Seiten, genauso zu lesen wie dieses Buch, kostenlos. Trag deine Adresse ein, dann kommt der Link.

Der Klick in der Mail öffnet Band 2 und bestätigt gleichzeitig deine Adresse. Jederzeit abbestellbar.

Nach der Geschichte

Was sagt dir dieser Vogel?

Fünf Fragen. Die Antworten stehen alle in diesem Buch.

1 von 5

  1. Locker und aufgeplustert. Was sagt dir dieser Vogel?

    Locker und aufgeplustert. Was sagt dir dieser Vogel?

  2. Und dieser? Dünn, eng am Körper.

    Und dieser? Dünn, eng am Körper.

  3. Er drückt sich in die Ecke, die Federn eng, die Haube flach. Was braucht er?

    Er drückt sich in die Ecke, die Federn eng, die Haube flach. Was braucht er?

  4. Die Körnerschale ist voll. Reicht das als Futter?

    Die Körnerschale ist voll. Reicht das als Futter?

  5. Ein Kakadu, ganz allein in der Voliere. Was fehlt ihm?

    Ein Kakadu, ganz allein in der Voliere. Was fehlt ihm?

Diese fünf Fragen ersetzen keinen Vogeltierarzt.

Diese Geschichte gibt es auch zum Anfassen

„Wenn das Video endet“ ist Buch 1 von fünf. Jedes erzählt eine andere Art, ein Tier falsch zu lieben — und wie es richtig geht. Jeder Kauf finanziert kostenlose Schulbesuche mit echten Papageien in Tirol.

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